Präventionsgesetz öffnet Türen

Präventionsgesetz verabschiedet - Chancen für Präventologen

Rosel Eckstein g pixelio.de

Der Deutsche Bundestag hat am 18.Juni 2015 das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG) verabschiedet. Das neue Gesetz soll die Grundlagen für eine stärkere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung  fördern – für alle Altersgruppen und in vielen Lebensbereichen.

"Prävention und Gesundheitsförderung sollen dort greifen, wo Menschen leben, lernen und arbeiten", heißt es in einer Mitteilung des Bundegesundheitsministeriums.

Dr. Ellis Huber, Vorsitzender des Berufsverbandes der Präventologen: "Nicht Gesetze, nur Menschen verändern eine kranke Welt. Das Präventionsgesetz öffnet eine Tür, durch die mutige Präventologen und Gesundheitsförderer neue Chancen erhalten. Sie müssen aber durch die Tür gehen und nicht vor ihr stehen bleiben."

Weitere Fakten zum Präventionsgesetz:

  • Die Krankenkassen und Pflegekassen werden künftig mehr als 500 Mio. Euro für  Gesundheitsförderung und Prävention investieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Gesundheitsförderung in den Lebenswelten wie Kita, Schule, Kommunen,  Betrieben und Pflegeeinrichtungen mit insgesamt mindestens rund 300 Mio. Euro jährlich.

  • Auf Grundlage einer nationalen Präventionsstrategie verständigen sich die Sozialversicherungsträger mit den Ländern und unter Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit und den kommunalen Spitzenverbänden auf die konkrete Art der Zusammenarbeit bei der Gesundheitsförderung insbesondere in den Kommunen, in Kitas, Schulen, in Betrieben und in Pflegeeinrichtungen.

  • Die finanzielle Unterstützung der gesundheitlichen Selbsthilfe wird durch das Präventionsgesetz um rund 30 Mio. Euro erhöht. Für Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen stellen die Krankenkassen ab dem Jahr 2016 je Versicherten 1,05 Euro zur Verfügung.

In ersten Reaktionen äußern sich Vertreter von Krankenkassen und Ärzteverbänden verhalten optimistisch. Kritisiert wird, dass bei der Finanzierung einseitig durch die gesetzlichen Krankenkassen erfolge.

Pressemitteilung Bundesgesundheitsministerium

Ärzte Zeitung: Präventionsgesetz mit einigen Änderungen verabschiedet

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